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Fränkisches Seenland: Altmühlsee, Brombachsee und Rothsee

 

Ornbau


Ornbau ist die Pforte zum Fränkischen Seenland. Bisher wurde Ornbau vom Fremdenverkehr am Altmühlsee weitgehend verschont. Der Ort mutet mittelalterlich an und ist noch immer von einer gut erhaltenen Stadtmauer umgeben. Schon im Jahr 888 nach Christus kam Ornbau an das Altmühlbistum Eichstätt. Die heutige katholische Pfarrkirche St. Jakob in Arensburen wurde im Jahr 1058 geweiht. Ab 1187 wurde die Vogtherrschaft von den Grafen von Oettingen als Lehensherren ausgeübt. Die Ersterwähnung des Ortes erfolgte bereits 1260 als oppidum. Rudolf von Habsburg war der Meinung, dass die Befestigungsanlagen der Oettinger widerrechtlich errichtet wurden. Daher ließ er sie 1298 abreißen. Ab 1310 wurde die Herrschaft über Ornbau von den Eichstättern ausgeübt. Sie statteten den Ort mit einem bischöflichen Amtssitz aus. Im Jahr 1323 erfolgte die Stadterhebung. Die folgende Geschichte ist von Spannungen zwischen den Konfessionen geprägt. In den Jahren 1633 und 1658 wird der Ort niedergebrannt. Zu Ehren des französischen Lustspieldichters Georges Francois de Bievre wurde ein monumentales Grabdenkmal auf dem Friedhof errichtet. Ab 1806 war Ornbau bayerisch. Die Infrastruktur der Stadt ist gut ausgebaut und man beginnt sich für den noch ausstehenden Tourismus zu rüsten.

Sehenswert ist in Ornbau in jedem Fall die Stadtmauer. Ein weitgehend erhaltener Ring aus Mauern und Toren zieht sich um die Stadt. Da im 19. Jahrhundert Teile der Stadtmauer an die Bürger verkauft wurden, haben sich mehr und mehr Lücken eingeschlichen. Das nördliche Stadttor ist im Jahr 1829 eingestürzt. Der Torturm und das vorgelagerte Torhaus im Süden der Stadt sind jedoch noch recht gut erhalten. Die ehemalige Torburg stammt aus dem Jahr 1745. Der Südosten der Stadt wird durch den Weißen Turm bewacht. Im äußerlichen Südwesten wurde im 15. Jahrhundert ein weiterer Rundturm mit Kegeldach errichtet.

St. Jakob ist eine katholische Pfarrkirche und zählte früher zum Ensemble der Altmühlbrücke mit Torturm und Torhaus. 1966 und 1967 wurde der Langbau abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. St. Jobst ist vor allem kunstgeschichtlich interessant. Durch ein spitzbogiges Portal betritt man das Gotteshaus aus dem 14. Jahrhundert. Das Kehlgesims wird von zwei Figuren weiblicher Heiliger gekrönt. Sie stammen aus dem Jahr 1360. Auch ein Kreuzigungsrelief von 1470 ziert das Kehlgesims. Wand- und Deckengemälde erzählen die Geschichte des Einsiedlers Jobst, der zu Tieren gepredigt haben soll. Die Seitenaltäre und der Hochaltar werden von wertvollen Holzfiguren aus dem 17. Jahrhundert verziert. Auf dem Friedhof von St. Jakob findet man zudem das Grabmal des Marechal de Bievre. Restaurierte Privathäuser in der Altstadt verlocken zu Spaziergängen durch enge Gassen. Auch das ehemalige Kastenamt ist einen Besuch durchaus wert. Zudem zählt die Mauer von Ornbau 36 denkmalgeschützte Objekte. Die Altmühlbrücke ist ein Steinbauwerk aus dem 18. Jahrhundert und überspannt den Fluss in 6 Bögen. Zudem trägt sie eine verwitterte Sandsteinfigur des Heiligen Nepomuk. Auch das Wappen des Eichstätter Bischofs Johann Konrad von Gemmingen kann man auf einem stadtauswärts gelegenen Bildstock bestaunen.